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Across ancient borders and cultures

Gegenstand des Projekts sind Siedlungsstrukturen in Ägypten und Nubien (heutiger Nordsudan) während des 2. Jahrtausends v. Chr. Diese Gebiete liegen im Spannungsfeld antiker und moderner Grenzen und Kulturen und standen in wechselhaften Beziehungen zueinander, weshalb eine komparative Studie außerordentlich aufschlussreich ist. Architektur und Struktur pharaonischer Siedlungen, die in Nubien während des Neuen Reichs (ca. 1539–1077 v. Chr.) von Ägyptern neu gegründet wurden, sind ebenso unerforscht wie die soziale Stratifizierung und materielle Kultur der Fundplätze. Besonderes Potential bieten diese Städte außerhalb Ägyptens nicht nur aufgrund ihres exzellenten Erhaltungszustandes, sondern auch deshalb, weil dort pharaonische Lebenskultur auf eine lokale nubische Tradition traf. Heute aktuelle Fragestellungen rund um Integration und Akkulturation können an diesen antiken Beispielen thematisiert werden – z. B. wie die einheimische Bevölkerung mit den fremden Einflüssen umgegangen ist und wie sich Ägypter im Ausland präsentiert haben.

Die Nilinsel Sai im Nordsudan steht als repräsentatives Beispiel für ägyptische Siedlungspolitik im Fokus der Untersuchung. Auf Sai finden seit den 1950er Jahren französische Grabungen statt. Das START-Projekt führt seine Untersuchungen komplementär zum ERC Projekt Julia Budkas (http://acrossborders.oeaw.ac.at/) und mit der freundlichen Genehmigung und Unterstützung der französischen Konzessionsinhaber Didier Devauchelle und Vincent Francigny sowie den sudanesischen Behörden, der National Corporation for Antiquities and Museums (NCAM) in Sudan, durch.

Die aktuellen Arbeitsschwerpunkte des Projekts gliedern sich in drei Bereiche:

  1. Wohnen in der pharaonischen Siedlung von Sai: Erstellung einer 3D Rekonstruktion des Stadtgebietes des Neuen Reiches auf der Insel Sai durch Dr. Ingrid Adenstedt;

  2. Leben und Tod auf der Insel Sai: Bearbeitung und Publikation des menschlichen Skelettmaterials aus den aktuellen Grabungen im Friedhof SAC 5 auf der Insel Sai (Sudan) (durch Mag. Marlies Wohlschlager, Mag. Andrea Stadlmayr und Mag. Anna Sonnberger). Geplant sind in Zusammenarbeit mit dem NHM Wien (Prof. Maria Teschler-Nicola) und der Universität für Bodenkultur Wien (Prof. Thomas Prohaska) u.a. Strontium-Isotopenanalysen.

  3. Materielle Kultur: Die Bearbeitung des Fundmaterials (insbesondere Keramik) aus Haus 55 auf der Insel Elephantine in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde (Dr. Cornelius von Pilgrim) zielt auf einen detaillierten Vergleich der materiellen Kultur zwischen dem ägyptischen Fundplatz Elephantine und der in Nubien gegründeten Stadt von Sai ab.

Ein besseres Verständnis des ägyptischen Alltagslebens  an zwei der wichtigsten Fundplätze pharaonischer Siedlungen des Neuen Reiches und die Neubewertung von nur scheinbar klaren Grenzen zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sind zu erwarten.

Neben dem START Projekt wurde der ERC Starting Grant von Julia Budka, AcrossBorders, von 12/2012 bis 03/2015 erfolgreich an OREA durchgeführt. Mit der Ernennung von Julia Budka zur Professorin für Ägyptische Archäologie und Kunstgeschichte an der LMU München ist der Grant nach Deutschland übersiedelt. OREA bleibt jedoch ein Kooperationspartner von AcrossBorders und Zusammenarbeit findet v.a. im Bereich der Publikationstätigkeit statt.

Projektleitung:

Förderung:

  • FWF Start Preis 2012

Weitere Informationen:

Projekt-Website