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Vortrag

Do 23.02.2017 17:30 - 18:30

OREA Lecture Room, Hollandstraße 11–13, 1020 Wien

Peter M. Fischer, University of Gothenburg

Die spätbronzezeitliche Metropole Hala Sultan Tekke (Zypern) im Spiegel der aktuellen schwedischen Ausgrabungen 2010–2016

Hala Sultan Tekke ist eine 25–50 ha große spätbronzezeitliche Stadt an der Südküste Zyperns, gelegen bei der berühmten gleichnamigen Moschee nahe der modernen Stadt Larnaka. Die Stadt war aufgrund ihrer günstigen Lage an einer Meeresbucht einst eine der größten und reichsten Städte der Insel oder sogar im gesamten östlichen Mittelmeerraum. Seit 2010 haben schwedische Grabungen unter der Leitung von Peter M. Fischer Teile der Stadt und ein Gebiet 600 m östlich der Siedlung, in dem ein Gräberfeld vermutet wird, freigelegt. Funde von massiver Wohn- und Industriearchitektur beschränken sich auf das 13. und 12. Jahrhundert v. u. Z. Dennoch bezeugen Streufunde, von denen die ältesten um 1600 v. u. Z. zu datieren sind, dass eine ältere Siedlung existiert haben muss. Ausgrabungen im vermuteten Gräberfeld, vor allem die der letzten Kampagne 2016, bestätigen diese Hypothese. Allerdings ist die Lage dieser frühen Siedlung bis jetzt nicht bekannt. Die Funde von Hala Sultan Tekke bezeugen weitreichende interkulturelle Verbindungen, die sich von Italien bis in die Levante und von Anatolien bis Ägypten erstrecken. Die Stadt wurde einige Male zerstört und wiederaufgebaut. Die letzte Zerstörung während der Periode der „Seevölker“ in den „Krisenjahren“ nach 1200 v. u. Z. führte dazu, dass die Stadt verlassen und nie wieder besiedelt wurde.