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Vortrag

Mi 29.03.2017 17:30 - 18:30

OREA Lecture Room, Hollandstraße 11–13, 1020 Wien

Roman Gundacker, OREA

Egypt and the Seven Seas …

Ägyptische Sprachwissenschaft im Zusammenspiel mit Kulturgeschichte, antiker Geographie und Klimageschichte

Nordafrika im frühen und mittleren Holozän

Die bisherige Forschung zur Frühzeit und zum Alten Reich setzt oftmals eine statische Umwelt heutiger Prägung voraus. Entsprechend ist vielfach von einer Abgeschlossenheit der Ägypter im Niltal die Rede, die zu einer isolierten und äußeren Einflüssen gegenüber abgeschotteten Entwicklung des ägyptischen Königtums führte.

Neuere Ergebnisse der Paläoklimatologie sind aber geeignet, bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. vom heutigen Zustand stark abweichende Umweltbedingungen aufzuzeigen. Diese Ausläufer der Green Sahara-Periode waren weitreichenden Handelsbeziehungen und Kulturkontakten äußerst günstig. Für das 3. Jahrtausend v. Chr. sind aus Ägypten schriftliche Quellen bekannt, die bisher nicht in diesem Kontext betrachtet wurden, die aber erstmals Ortsnamen für damalige Landschaftsformationen bieten. Insbesondere eine durch spezielle morphologische Kriterien bestimmte Art von Nominalkomposita, die nach dem 3. Jahrtausend v. Chr. relikthaft erstarrt war und jegliche Produktivität verloren hatte, ist in dieser Hinsicht von größter Bedeutung. Zu diesem Typus von Komposita zählen allem voran die Namen großer Gewässer, die in Verbindung mit dem kulturhistorischen Hintergrund geeignet sind, den geographischen Horizont der Ägypter für die Frühzeit und das Alte Reich neu zu bestimmen.