Urnfield Culture Networks (UCN)

Urnfield Material Culture: Rituals and Networks in Europe


© OREA

UCN sieht sich als ein breit aufgestelltes Kompetenzzentrum von FachwissenschaftlerInnen aus/in verschiedenen europäischen Regionen, gebündelt in einem gemeinsamen Netzwerk. Es verknüpft bestehende, mehrjährige Großprojekte mit Vorhaben aus aktuellen Grabungen und zu aktuellen Forschungsfragen der Spätbronzezeit (13.–8. Jahrhundert v. Chr.). Zu den grundlegenden Materialaufarbeitungen österreichischer Fundorte kommen Projekte, die Südosteuropa und speziell den Westbalkanraum einschließen. Regelmäßig stattfindende UK-Gespräche (ein Diskussionsforum für Forschungen zur Urnenfelderkultur) mit internationaler Beteiligung und die Einbindung junger WissenschaftlerInnen sind wichtige Bestandteile des UCN Zentrums.

Inhalte und Ziele


Überregionale Fragestellungen stellen Themen wie Bestattungsrituale, Religion und Kult sowie sozioökonomische Phänomene in den Mittelpunkt. Die kulturelle Entwicklung, die potentielle Verbindung religiöser, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ausprägungen wird durch verschiedene regionale Studien in Kroatien, Bosnien, Nordgriechenland und Zentraleuropa erforscht, wobei besonders auf die Einbindung von NachwuchsforscherInnen sowie lokalen WissenschaftlerInnen der jeweiligen Regionen in ein gemeinsames Netzwerk Wert gelegt wird. Zentrale Bedeutung hat neben der Nutzung bereits vorhandener Datenbestände, die die gesamte Zeitperiode zwischen dem 13. und 8. Jahrhundert v. Chr. abdecken (Thunau am Kamp, Stillfried an der March, Franzhausen-Kokoron, Inzersdorf ob der Traisen), auch die Einbeziehung neu ausgegrabener Gräberfelder, wie beispielsweise Plaika/NÖ, Polichni/Makedonien sowie  anderer Nekropolen in Südosteuropa.Publikationen, regelmäßig stattfindende internationale Workshops (UK-Gespräche) sowie vom UCN organisierte Tagungen ergänzen das Forschungsprogramm. In Kooperation mit der FG Digital Archaeology und den Academy Center for Digital Humanities (ACDH) werden verschiedene digitale Initiativen (Cremation Bronze Age Burials, UK-Bibliographie) durchgeführt.

Entwicklung


OREA ist eine der wenigen europäischen Einrichtungen, an der institutionell Forschungen zur späten Bronzezeit/frühen Eisenzeit (Urnenfelderzeit) durchgeführt werden; ein in der Wissenschaftslandschaft Europas bestens etablierter Forschungsstandort für diese Zeitperiode zwischen 1300 und 800 v. Chr. Die übernommene wissenschaftliche Verantwortung zur Auswertung bedeutender österreichischer Fundorte, die von der Universität Wien (Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie) und dem Bundesdenkmalamt in langjährigen Kampagnen ausgegraben wurden und eine wesentliche Quelle für die kulturellen und geistesgeschichtlichen Grundlagen Europas darstellen, wird hier umgesetzt. Der zuvor in der Prähistorischen Kommission betriebene, entsprechende zentraleuropäische Schwerpunkt wird seit 2014 in OREA durch Projekte, die geographisch in Südosteuropa und Griechenland angesiedelt sind, erweitert. Das daraus 2014/2015 entwickelte Langzeitforschungsvorhaben Urnfield Culture Networks (UCN) verknüpft bestehende, mehrjährige Großprojekte mit Vorhaben zu aktuellen Forschungsfragen. Ziel ist es, eine nachhaltige, internationale Forschungsstelle zur Urnenfelderzeit in Zentral- und Südosteuropa am Institut OREA einzurichten, um mittel- und langfristige Forschungen zu ermöglichen und konsequente Nachwuchsförderung durchführen zu können.

Grundlagen


Der Forschungsschwerpunkt entwickelte sich an der Prähistorischen Kommission der ÖAW Ende der 1990er-Jahre rund um die Drittmittelprojekte zur Höhensiedlung von Thunau am Kamp und zum Gräberfeld Franzhausen-Kokoron. Weitere FWF-finanzierte Projekte erlaubten eine kontinuierliche Fortsetzung, in dem auch die frühbronze- und urnenfelderzeitlichen Perioden vom Oberleiserberg aufgearbeitet wurden. Schließlich bildeten Fundaufnahmen zu Inzersdorf ob der Traisen sowie ein weiteres FWF-Projekt zur Aufarbeitung der urnenfelderzeitlichen Befunde von Stillfried den weiteren Ausbau dieses Schwerpunktes zur Urnenfelderzeit.

UK-Gespräche


Die UK-Gespräche sind ein Diskussionsforum für Forschungen zur späten Bronzezeit/Urnenfelderkultur (13.–8. Jahrhundert v. Chr.) in Europa. Das international ausgerichtete Konzept kombiniert einen eintägigen Themen-Workshop mit einem entsprechenden öffentlichen Vortrag am Vorabend.

Kooperationspartner der aufgelisteten Projekte

Kooperationspartner der aufgelisteten Projekte

  • Anthropological, Zoological and Prehistoric Department of the Natural History Museum in Vienna
  • Vienna Institute of Archaeological Science
  • Department of Botany and Biodiversity Research/University of Vienna
  • VIRIS Laboratory/University of Natural Resources and Life Sciences
  • Institute of Archaeometry/Technical University Vienna
  • Federal Province of Lower Austria
  • Department of Archaeology/Austrian Federal Monuments Office (BDA)
  • Mickiewicz University Poznan, Poland
  • Curt-Engelhorn-Centre Archaeometry, Mannheim, Germany
  • University of Durham, UK
  • Institute of Archaeology, Zagreb, Croatia
  • Institute of Archaeology, Belgrade, Serbia
  • Regional Museums Travnik and Doboj, Bosnia and Herzegovina
  • Ephorate of Prehistoric and Classical Antiquities, Thessaloniki, Greece
  • Sofija Stefanovic, University of Belgrade
  • Zsuzsanna Siklósi, Eötvös Loránd University, Budapest
  • Viktória Kiss, Hungarian Academy of Sciences
  • Klára Šabatová, Masaryk University, Brno, Czech Republic
  • Jo Appleby, University of Leicester
  • Marie Louise Stig Sørensen, University of Cambridge
  • Museum Brodskog Posavlja, Slavonski Brod, Croatia
  • Faculty of Mining, Geology and Petroleum Engineering in Zagreb, Croatia
  • National Museum of Bosnia and Hercegovina in Sarajevo, Bosnia-Hercegovina
  • Museum of Semberija, Bijeljina, Bosnia-Hercegovina
  • Regional Museum in Zenica, Bosnia-Hercegovina
  • Museum of Krajina, Negotin, Serbia
  • Museum of Mining and Metallurgy in Bor, Serbia

 

UCN-Aktivitäten


Veranstaltungen

Medien

  • Katharina Rebay-Salisbury / ERC Starting-Grant 2015 „Der soziale Status von Mutterschaft im bronzezeitlichen Europas“
    Wie Frauen in der Bronze- und Eisenzeit lebten -> Der Standard 1.4.2016
  • Mario Gavranović / TV-Sendung über die Ausgrabung Dolina, Kroatien (Projekt „Burial“) -> Video