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Memphis in der Dritten Zwischenzeit

Auswertung des Denkmälerbestands nach qualitativen Gesichtspunkten (© C. Jurman)
Denkmälerverteilung im Raum Memphis-Süd (© C. Jurman)

Beim Forschungsprojekt zur Selbstpräsentation königlicher und privater Individuen auf memphitischen Denkmälern der Dritten Zwischenzeit handelt es sich um eine Dissertation, die unter der Betreuung von em. Univ.Prof. Dr. Manfred Bietak entstand und im Frühjahr 2013 am Institut für Ägyptologie der Universität Wien approbiert wurde. Den Hauptgegenstand der Untersuchung bilden die unterschiedlichen Gestaltungsmodi von individuierbaren, d. h. Einzelpersonen zuordenbaren Denkmälern und den potentiell für deren Erscheinungsbild verantwortlichen Einflussfaktoren. Besonderes Augenmerk gilt in diesem Zusammenhang den bewusst verfolgten Repräsentationsstrategien einzelner Personen und Personengruppen in Zeiten großer politischer, sozialer wie kultureller Umbrüche. In kontrastierenden Analysen wird auch herausgearbeitet, in welcher Hinsicht sich die Selbstpräsentation von Angehörigen der lokalen Priesterelite während der 22. Dynastie von jener der libyschstämmigen Militärmachthaber unterscheidet. Mit wie vielen Problemen die Analyse individueller Repräsentationsstrategien innerhalb der hochgradig konventionalisierten altägyptischen Monumentalkultur verbunden ist, wird unter anderem anhand des gegen Ende der behandelten Zeitperiode aufkommenden „Archaismus“ veranschaulicht.

Die Prinzipien der personen- und kontextorientierten Denkmäleranalyse, bei der es um die genaue Bestimmung des Beziehungsgefüges zwischen einem behandelten Denkmal und den darauf verewigten bzw. damit assoziierten Individuen geht, werden ebenso behandelt wie die zentralen Konzepte Selbstrepräsentation, Elite und Agency. Der folgende Abschnitt widmet sich der Kulturgeschichte und der historischen Topographie des Untersuchungsraums Memphis während des späten 2. und frühen 1. Jahrtausends v. Chr. Den Kern der Arbeit bildet ein etwa 110 Objekte umfassender Denkmälerkatalog, in dem für jedes Denkmal eine umfassende archäologische, philologische, kunstgeschichtliche, historische und prosopographische Kontextualisierung inklusive Bearbeitung aller Inschriften vorgenommen wird. Darauf aufbauend schließt sich eine prosopographische Zusammenstellung der Personendossiers von 130 auf memphitischen Denkmälern bezeugten Individuen an. Im Schlussteil erfolgt eine exemplarische Auswertung des aufbereiteten Quellenmaterials im Rahmen von spezifischen Themenfeldern. Behandelt werden u. a. die räumliche und zeitliche Verteilung einzelner Denkmälergruppen, die Prinzipien von Titelrepräsentationen, regionale Werkstätten und die ethnische Dimension von Repräsentationsmodi.

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