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Der Friedhof von Turah – Neupublikation eines Gräberfeldes des frühen 3. Jt. v. Chr. in Ägypten

Turah S-Friedhof, Grabung H. Junker

Im Winter 1909/1910 hat Hermann Junker im Auftrag der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften einen nahe bei Kairo gelegenen Friedhof der ägyptischen Frühzeit, ca. 3100–2600 v. Chr., ausgegraben und seine Forschungsergebnisse 1912 in dem 56. Band der Denkschriften vorgelegt. Für die damaligen Verhältnisse war die Publikation vorbildlich, in den vergangenen 100 Jahren sind unsere Kenntnisse jedoch in vielen Bereichen gewachsen und neue Forschungsfragen entstanden, die anhand der vorliegenden Veröffentlichung nicht beantwortet werden können. Da ein Großteil des ausgegrabenen Materials in das Kunsthistorische Museum Wien gelangte, die Anzahl von Friedhöfen aus dieser Zeit in Ägypten nach wie vor sehr beschränkt ist und ein Neuzuwachs an neu ausgegrabenen Friedhöfen durch moderne Übersiedlung, Ausweitung der Agrarflächen und vor allem umfassender Plünderungen nur noch in geringem Maße zu erwarten ist, kommt einer Neubearbeitung des vorhandenen Materials eine kaum zu überschätzende Bedeutung zu. Mit knapp 600 Grabanlagen verschiedener Formen und Größen, einer sich gut abzeichnenden horizontal-stratigraphischen Entwicklung, die mehrere Jahrhunderte abdeckt, lassen sich vielfältige Fragen nach sozialen, wirtschaftlichen, technologischen und anderen Gesichtspunkten abdecken, die dem bereits jetzt als Referenzfriedhof zugesprochene Qualität eher gerecht werden wird.

In enger Kooperation mit Dr. Regina Hölzl, Direktorin der Ägyptischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums, wird das in Wien vorhandene Material nach modernen wissenschaftlichen Gesichtspunkten untersucht und sowohl in einer gemeinsamen Neupublikation als auch in einer Neuaufstellung im Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Turah Grab T24

Projektmitarbeit: