Proteomics: eine neue Methode der Geschlechtsbestimmung

Vortrag von Katharina Rebay-Salisbury am 21.1.2020 in der Reihe “Neue bioarchäologische Forschungen”

Unter dem Titel “Proteomics: eine neue Methode der Geschlechtsbestimmung eröffnet sensationelle Perspektiven für die Archäologie” gibt Katharina Rebay-Salisbury einen Einblick in diese Methode.

Peptidanalysen des Zahnschmelzes ermöglichen eine exakte Bestimmung des chromosomalen Geschlechtes auch in Fällen, in denen DNA schlecht erhalten ist, und sind zudem so gut wie zerstörungsfrei. Diese Einführung in das Thema beleuchtet die Anwendungsgeschichte der Methode in der Archäologie und erläutert, warum sie eine Revolution darstellt. Geschlechtsspezifische Aspekte von Infantizid, Mutterschaft und Kindheit können nun erstmals systematisch untersucht werden, doch auch bei schlecht erhaltenen erwachsenen Individuen versprechen Peptidanalysen neue Einblicke.

Direkt anschließend an diesen Vortrag stellt Lukas Janker seine Ergebnisse unter dem Titel “Mass spectrometry-based analysis of peptides from human tooth enamel: a new perspective for archaeological and anthropological studies” vor.

Massenspektrometrie, eine Technologie, welche seit über 100 Jahren existiert, hat dank ihrer Weiterentwicklung in den letzten Jahrzehnten eine prominente Rolle im Bereich der analytischen Chemie eingenommen. Die Vielseitigkeit dieser Methode erlaubt es uns heutzutage ein breites Spektrum diverser Analysen, beginnend bei der Element- bis zur Molekülmassenspektrometrie, zu betrachten und diese Technologie transdisziplinär anzuwenden. Aufgrund der hohen Messgenauigkeit und Sensitivität ist es nun möglich, Peptideinschlüsse im Zahnschmelz zu analysieren, welche eine Charakterisierung von teilweise schlecht erhaltenen Proben für archäologische und anthropologische Studien ermöglicht.

Beide Vorträge werden anschließend gemeinsam diskutiert.