Prehistoric Phenomena


(© OREA)

Vom frühen Holozän bis zu den beginnenden Metallzeiten (ca.  10. bis 3. Jahrtausend v. Chr. ) sind im Gebiet vom Nahen Osten bis Südosteuropa entscheidende Veränderungen der menschlichen Gesellschafts- und Lebensmodelle zu beobachten, die bis heute prägend sind.

Dazu zählen der tiefgreifende und nachhaltige Wandel zu den ältesten sesshaften Ackerbaukulturen im Neolithikum und der damit beginnenden Gestaltung des Naturraums durch den Menschen, verbunden mit einem grundlegenden Wandel gemeinschaftlicher Organisationsstrukturen. Dieser Prozess der Neolithisierung verläuft regional unterschiedlich und beginnt zwischen rund 9500 und 6000 calBC. Die Veränderungen der soziokulturellen Strukturen dieser ersten produzierenden Gemeinschaften bis hin zur Entstehung erster protourbaner Gesellschaften im Verlauf der Kupfer- und frühen Bronzezeit spiegelt eine grundlegende Veränderung wider, die sich in zahlreichen gleichzeitig einsetzenden Innovationen zeigt. Die Entwicklung und Adaption von grundlegend neuen Technologien ist eng mit dem Management von Ressourcen verbunden, die wiederum regional unterschiedlich genutzt werden. Die regional unterschiedlich definierten Metallzeiten sind mit den Phänomenen von Zentralisierung, Spezialisierung und neuer Mobilitätsdynamik verbunden. Diese grundlegenden Prozesse der Menschheitsgeschichte werden mit einem interdisziplinären Methodenansatz erforscht und überregional untersucht. Ziel ist die Entwicklung von Modellen auf Basis neuer primärer Daten, die durch eigene Feldforschungen gewonnen werden.

Untersuchungsraum


Die Aspekte Neolithisierung, Zentralisierung, Ressourcenmanagement, Technologien und Innovationen stehen im Zentrum der Forschungen, die zudem im Rahmen von Kommunikationssystemen und Netzwerken regional und überregional kontextualisiert werden. Diese zivilisatorischen Kernzonen der Alten Welt stehen im Fokus von Prehistoric Phenomena. Die einzelnen Kulturräume umfassen den Fruchtbaren Halbmond (Iran, Türkei), die Levante (Libanon), die Arabische Halbinsel (VAE), die Ägäis (Griechenland) und den Balkan (Serbien, FYROM). Neben eigenen Feldforschungen in diesen Zonen sind die einzelnen Fallstudien auch durch zahlreiche Kooperationen in breit angelegte internationale Studien eingebunden.

Das Methodenspektrum umfasst Ausgrabungen, Surveys und Landschaftsanalysen sowie Materialstudien unter Einbeziehung von geoarchäologischen Disziplinen (Paläogeographie, Geophysik, Geologie), Radiokarbondatierung, Zoologie, Anthropologie, Botanik, Anthrakologie, Metallurgie, aDNA, Petrographie/Mineralogie, geochemische Analysen (z. B. NAA, pRFA, pLA-ICP-MS) und Computersimulation sowie Datenmodellierung.

Aktuelle Feldforschungen und Materialstudien


Aktuell finden Feldforschungen bzw. deren Auswertungen an folgenden Fundorten statt:

  • Türkei
    Çukuriçi Höyük, Arvalya Höyük, Ekşi Höyük, Pergamon und Bakırcay-Tal
  • Griechenland
    Platia Magula Zarkou, Pheneos, Midea, Paliambela
  • Serbien
    Svinjarička Čuka, Pusta Reka Region
  • Libanon
    Chekka Region
  • Iran
    Sirvan-Tal
  • Vereinigte Arabische Emirate
    Kalba (ab Januar 2019)

Projekte