Kelten im Traisental


Eisenmesser aus Grab 29/1982 mit durchbrochenem Palmettenornament am Griffende (Graphik: M. Vignoli)

In diesem Forschungsprojekt sollen die sozialen Unterschiede und die soziale Mobilität der Kelten untersucht werden, hier besonders zu Fragen von „keltischen Identitäten“. Dabei ist die Kombination von archäologischer und anthropologischer Analyse latènezeitlicher Gräberfelder aus dem Traisental von überdurchschnittlicher Bedeutung, da diese Region eine der wichtigsten archäologischen Gebiete in Österreich darstellt. Einerseits sollen die latènezeitlichen Gräberfelder von Ossarn und Oberndorf, die starke Verbindungen in die Champagne zeigen, in transdisziplinärem Kontext ausgewertet werden. Dabei liegt der Schwerpunkt bei der detaillierten Inventarisierung, Restauration, graphischen Dokumentation und Analyse des archäologischen Materials. Weiters sollen die naturwissenschaftlichen Untersuchungen von Keramik- und Bronzematerial diese Arbeit unterstützen. Die dazugehörigen anthropologischen Untersuchungen konzentrieren sich primär auf die Bestimmung von Alter und Geschlecht, befassen sich aber auch mit pathologischen, traumatischen und degenerativen Erscheinungen der Skelette, um die Lebensbedingungen der damaligen Bevölkerung zu erfassen.

Schematische Darstellung des Doppelgrabes 18/2004 aus Oberndorf ob der Traisen (Graphik: P. C. Ramsl)

In der zusammenfassenden Analyse wird die graphische Umsetzung der Trachtgruppen (verbunden mit den Daten von Alter und Geschlecht) den ersten Schritt zu weitergehenden internen Auswertungen mit anderen Gräberfeldern des Traisentales (z. B. Pottenbrunn, Inzersdorf, Herzogenburg-Kalkofen, …) darstellen. Die Resultate dieses wichtigen Vorgangs bilden die Basis für weiterreichende Forschungen mit anderen zentraleuropäischen Regionen wie Mähren und der Slowakei aber auch mit Böhmen und Norditalien.

Das FWF-Projekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden, die Manuskripterstellung ist in Arbeit.