Plattform Forschungsgeschichte


Eine fiktive Sitzung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien mit zahlreichen Vertretern der Altertumswissenschaften, darunter L. Reinisch, J. v. Karabacek, F. v. Kenner, E. Reisch und E. Bormann. Ölbild von Olga Prager (Ausschnitt), 1912 (© ÖAW)

Der Forschungsgeschichte wurde in den Geisteswissenschaften – im Gegensatz zu den Naturwissenschaften – lange Zeit nur wenig Beachtung geschenkt. Erst in den letzten Jahren widmet man sich auch vermehrt der eigenen Geschichte. Hier gilt es nicht nur die jüngere Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern auch Forschungen und Forscher vergangener Jahrhunderte zu berücksichtigen.

Schon in den drei Kommissionen, die 2013 im Institut für Orientalische und Europäische Archäologie vereint wurden, haben einzelne MitarbeiterInnen auch Aspekte ihrer jeweiligen Wissenschaftsdisziplin erforscht, aber erst die Gründung des Institutes ermöglichte ihre Vernetzung. Während die Prähistorische und die Ägyptische Kommission zu den ältesten Kommissionen der Akademie zählten (gegründet 1878 und 1907), blickt die erst 1971 gegründete Mykenische Kommission auf eine vergleichsweise kurze Geschichte zurück. Dementsprechend widmen sich die wissenschaftsgeschichtlichen Arbeiten am Institut nicht nur der Institutionengeschichte, sondern auch der Historie der jeweiligen Fächer im Allgemeinen bzw. den Biographien einzelner WissenschaftlerInnen oder fächerübergreifenden Themen.

Gregorio Guglielmi, Die philosophischen Wissenschaften, Deckenfresko (Ausschnitt) im Festsaal der ÖAW (© ÖAW)

Die Plattform ermöglicht nicht nur MitarbeiterInnen von OREA wissenschaftlichen Austausch und Zusammenarbeit in Bezug auf wissenschaftsgeschichtliche Fragestellungen. Durch Vorträge und Workshops soll auch der Kontakt zu KollegInnen, die sich an anderen Instituten und Institutionen der Geschichte der Altertumswissenschaften widmen, gefördert und ausgebaut werden.

Ab dem Frühjahr 2017 ist geplant, in lockerer Folge Vorträge zu wissenschafts- und kulturgeschichtlichen Themen in Kooperation mit dem wissenschaftlichen Verein „Egypt and Austria“ zu veranstalten.