Mittwoch, 12. Dezember 2018, 17:30 - 18:30

Archäodaktyloskopische Untersuchung an keramischen Grabbeigaben im bronzezeitlichen Gräberfeld Franzhausen I

Ali Darvish Zadeh (Universität Wien)

Erstmalig wurden im Rahmen einer Dissertation die keramischen Beigaben eines Gräberfeldes speziell im Hinblick auf Fingerabdrücke untersucht. Das österreichische Gräberfeld Franzhausen weist eine Kontinuität der Bestattungen vom Spätneolithikum bis zur La Tène-Zeit auf, wobei der Hauptteil der Bestattungen aus der frühen Bronzezeit stammt. Damit sind Franzhausen I+II mit über 2000 Bestattungen bislang die größten europäischen Gräberfelder der frühen Bronzezeit. Innerhalb des Beigabeninventars befinden sich Gefäße unterschiedlicher Herstellungsqualität. Einer der wesentlichen Aufgaben dieser Arbeit ist der Versuch, Erklärungsmodelle für die Forschungsfrage zu finden, weshalb Gefäße unterschiedlicher Qualität den Verstorbenen mitgegeben und von wem sie gefertigt wurden.

Papillarabdrücke des menschlichen Fingers und der Palmae bieten mehrere Aspekte der Erkenntnisgewinnung, wie z. B. Bestimmung des Altersabschnitts oder des Geschlechts. Ebenfalls denkbar wären Rückschlüsse auf Populationsgruppen in ihrer geographischen Zuordnung. Diese Informationen ermöglichen Aussagen über Personen, Gemeinschaft, soziale Strukturen. Mit Hilfe der Fingerprintmethode, ähnlich wie sie in der Kriminalistik angewendet wird, ist es möglich, einzelne Personen in ihrem jeweiligen zeitlichen Horizont zu identifizieren. Damit eröffnen sich neue Ansatzpunkte für die Forschung.

Im Vortrag werden Forschungsfragen, Methode und Ergebnisse des Projekts präsentiert.