Mittwoch, 06. Juni 2018, 17:30

ÇUKURİÇİ HÖYÜK

Buchpräsentation der Bände 1 und 2 der Abschlusspublikationen zu den Grabungen auf dem Çukuriçi Höyük

Programm

Begrüßung und inhaltliche Einführung

Barbara Horejs
Einführung zu den interdisziplinären Ausgrabungen auf dem Çukuriçi Höyük

Vortrag

Christoph Schwall
Neue Erkenntnisse zum 5. und 4. Jahrtausend v. Chr. Zum Stand der Kupferzeitforschung in Anatolien und der Ägäis

Im Anschluss an den Vortrag bitten wir zu einem Sektempfang.



Çukuriçi Höyük 1. Anatolia and the Aegean from the 7th to the 3rd Millennium BC
stellt den Beginn einer Reihe von abschließenden Publikationen zum Çukuriçi Höyük dar. Die prähistorische Tellsiedlung liegt an der türkischen Ägäisküste in der Nähe der antiken Metropole Ephesos und wurde zwischen 2007 und 2014 ausgegraben. Die Studie bietet in Kapitel 1 einen allgemeinen Überblick über das Forschungsprojekt, seine wichtigsten methodischen und analytischen Ansätze sowie die wesentlichsten Forschungsergebnisse nach sieben Grabungskampagnen. Die Kapitel 2 bis 6 befassen sich mit verschiedenen neuen Ergebnissen aus diachroner Perspektive. Die neolithischen Siedlungen aus dem 7. Jahrtausend v. Chr. werden in Aspekten von Technologie und Rohstoffbeschaffung vorgestellt. Besonders die Rolle der Drucktechnologie im Neolithisierungsprozess wird diskutiert, um das lithische Fundmaterial des 7. Jahrtausends in einen breiteren kulturellen Kontext zu stellen. Ausgewählte Aspekte der spätchalkolithischen und frühbronzezeitlichen Siedlungen des 4. und 3. Jahrtausends v. Chr. zeigen die unterschiedlichen regionalen und überregionalen Netzwerke. Marmorfigurinen aus dieser Zeit, Untersuchungen zur Textilproduktion, die Mikroanalysen einer Metallwerkstatt der frühen Bronzezeit und diachrone Keramikanalysen geben einen Überblick über die wichtigsten technologischen Entwicklungen dieser Epoche. Alle Detailstudien des vorliegenden Bandes sind in eine breitere ägäisch-anatolische Sicht eingebettet, um eine nachhaltige kulturelle und geographische Kontextualisierung der Ausgrabungsergebnisse zu erzielen.

Çukuriçi Höyük 2. Das 5. und 4. Jahrtausend v. Chr. in Westanatolien und der Ostägäis widmet sich dem 5. und 4. Jahrtausend v. Chr. in Westanatolien und der Ostägäis. Ausgangspunkt hierfür sind die Forschungen zu den kupferzeitlichen Siedlungen des Çukuriçi Höyük. Der Zeitraum des Mittel- und Spätchalkolithikums gehört bis dato zu einer der unzureichend erforschten Perioden dieser Region. Einer Einführung in die Terminologie und Chronologie folgt eine ausführliche Darlegung des Forschungsstandes im Arbeitsgebiet und den angrenzenden Gebieten der Dodekanes und Türkisch-Thrakiens. Die Forschungen der letzten Jahrzehnte erbrachten eine Vielzahl von neuen Daten, die eine Diskussion und Bewertung der derzeitigen Chronologie erlauben. Der Kern des Buches sind Befund- und Materialstudien der spätchalkolithischen Ausgrabungen auf dem Çukuriçi Höyük. Einer detaillierten Auswertung der Stratigraphie und der Architektur der einzelnen Siedlungsphasen folgt die Analyse des Fundmaterials wie Keramik, Kleinfunde, Metallfunde sowie Steinobjekte. Für die absolute Datierung des Fundortes sind 31 Radiokarbondaten miteinbezogen. Somit gehört das Fundmaterial der spätkupferzeitlichen Siedlungen des Çukuriçi Höyük zu den derzeit wichtigsten Referenzdaten für diese Zeit in der Westtürkei. Wichtige Erkenntnisse zu chronologisch relevanter Keramik der mittleren und späten Kupferzeit wurden so herausgearbeit. Die Resultate der Studien dienen als Grundlage für eine erstmalige Bewertung möglicher Faktoren, die zu den soziokulturellen Entwicklungen in der Kupferzeit in Westanatolien und der Ostägäis geführt haben.