Mittwoch, 04. April 2018, 17:30

Der osteuropäische Steppenraum im frühen 3. Jahrtausend v. Chr. aus archäologischer Perspektive

Elke Kaiser (Freie Universität Berlin)

 

Der osteuropäische Steppenraum ist durch Ergebnisse paläogenetischer Studien einmal mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit in der altertumswissenschaftlichen Forschung gerückt. Ab 3000 v. Chr. hat mehreren Studien zufolge eine Drift von Genkomponenten nach Mitteleuropa und Südskandinavien stattgefunden, die zuvor nur bei Individuen im westlichen Eurasien einschließlich Kaukasus festgestellt worden sind. Für die paläogenetischen Untersuchungen waren vornehmlich Bestattete in Grubengräbern des Steppengebiets beprobt worden, archäologisch werden diese der Jamnaja-Kultur zugeordnet. In dem Vortrag werden zunächst die Grundzüge der Jamnaja-Kultur einschließlich der absoluten Datierung und der Subsistenzwirtschaft vorgestellt. Anschließend wird die Diskrepanz der archäologischen und paläogenetischen Daten hinsichtlich der postulierten Massenwanderungen aus dem Steppegebiet nach Mitteleuropa und angrenzenden Räumen diskutiert.