Mittwoch, 22. April 2020, 17:30

Postponed! – Österreichisch-Israelische Ausgrabungen am Tel Lachisch (Israel)

Ergebnisse nach drei Ausgrabungskampagnen

Felix Höflmayer (OREA), Katharina Streit (Hebrew University Jerusalem)

Tel Lachisch (Israel) ist einer der bedeutendsten bronze- und eisenzeitlichen Fundorte des heutigen Israel. Im Rahmen des vom FWF mit einem START-Preis geförderten Projektes „Tracing Transformations“ untersucht seit 2017 ein österreichisch-israelisches Team gezielt die Siedlungsschichten der späten Mittel- und frühen Spätbronzezeit. Dabei wurden im Areal S auf der Westseite des Fundplatzes die seit 1987 unterbrochenen Arbeiten am stratigraphischen Tiefschnitt wieder aufgenommen und ein massives, über 15 m langes Gebäude angeschnitten. Funde beinhalteten unter anderem große Mengen importierter zyprischer Keramik, lokal gefertigte und importierte Skarabäen sowie eine der frühesten proto-kanaanitischen Inschriften aus der Südlevante. In dem nördlich des eisenzeitlichen Podiums gelegenen Areal P wird seit 2018 der Palast aus der späten Mittelbronzezeit weiter ausgegraben. Hier wurde eine bislang unbekannte frühere Phase des Palastes aufgedeckt und östlich des Palastes eine massive Stützmauer angeschnitten, welche höchstwahrscheinlich mit der Konstruktion des eisenzeitlichen Podiums zusammenhängt. Dieser Vortrag präsentiert die Funde und Befunde der Ausgrabungskampagnen 2017 bis 2019.