07. November 2018 – 08. November 2018

Tote Körper zwischen Nutzen und öffentlichem Ärgernis

Ethische, politische, kulturelle Überlegungen zum Umgang mit menschlichen Überresten

Heutzutage verschwinden Menschen nach ihrem Tod immer mehr aus dem Blickfeld, werden schnell verdrängt oder unsichtbar. Doch die Faszinationskraft der toten Körper ist nicht verschwunden. Sie verlagert sich mehr in die Populärkultur oder in Ausstellungen wie von Hagens’ „Körperwelten“. Während die „tägliche Leiche“ zum Abendessen im TV schon lange fixer Bestandteil der Alltagskultur ist, werden gleichzeitig in Museen und Sammlungen, gerade in ethnografischen Museen, (koloniale) Sammlungen mit menschlichen Überresten immer mehr der öffentlichen Kritik ausgesetzt. Diesem Widerspruch geht diese Tagung nach. Mediziner, Kulturanthropologen, Restauratoren, Archäologen, Anthropologen, Kulturmanager und Präparatoren widmen sich der Frage, warum die Verwendung toter Körper nicht in allen Kontexten entrüstet und was die Qualität menschlicher Überreste nun tatsächlich ausmacht. Angesichts der großen interkulturellen Unterschiede im Umgang mit den Toten stellen sich folgende Fragen: Wann und warum werden viele Menschen nach ihrem Tod „unsichtbar“ gemacht? Welchen Status erlangen Tote? Unter welchen Umständen werden Tote zu (musealen) Objekten? Darf man tote Menschen ausstellen? Wann und wie kann man Tote ausstellen? Wie könnte ein guter Umgang mit ihnen sein?